Ökotopia – Coop06

Mittwoch, 7. Februar 2007

Antragskonzept

Filed under: Antrag BIN — coop06 @ 23:12

Vorläufiger Stand 7.2.07:

Ausgehend von der Ideenwerkstatt Ökotopia (Halle 28.4.- 1.5.06), die das Thema „Nachhaltigkeit in Alltag und Lebensstil“ behandelte, hat sich unter anderem der Arbeitskreis „Verbrauchergemeinschaft für Produkte – Non Food Coop“ gebildet.

Wir möchten uns kurz vorstellen:

Wir sind junge Menschen aus verschiedenen Richtungen (Industriedesign und Biologie), die das Thema Nachhaltigkeit (mit seinen 3 Säulen Ökologie, Ökonomie und Soziales) aus folgenden Blickwinkeln heraus interessiert:

Wir sehen uns als Verbraucher, Gestalter bzw. Produzenten und ehrenamtlich organisatorisch Tätige.

Verbraucher: Reflexion von Konsumverhalten und Auswirkungen von Kaufentscheidungen

Gestalter bzw. Produzenten: Recherche und Vitalisierung von Material- und Prozessketten

Ehrenamtliche organisatorische Arbeit: Koordination des stetig wachsenden Bedarfs an nachhaltigen Produkten bzw. Vertriebseinrichtungen


Coop06 ist in erster Linie eine regionalwirtschaftliche Kooperation, basierend auf einer Stadtteilgruppe. Wir sehen uns aber auch als eine Initiative für nachhaltige Einkaufskultur. Der Verbraucherschutz ist dabei positiver Nebeneffekt.

Gemäß des “Tutzinger Manifests” messen wir kulturellen und ästhetischen Fragen für die Verwirklichung von Zukunftsfähigkeit große Bedeutung bei.

Einen Arbeitsansatz dafür sehen wir in der Ästhetik nachhaltiger Wertsstoffkreisläufe. Schönheit kann anregen, sich eingehender damit zu befassen.

Das Produkt erschliesst sich durch homogene Aufmachung. (Bsp.).

Weiterhin hat die Umnutzung neben der rein praktischen auch eine ästhetische und eine spaßige Komponente und unterstützt das „Cradle to Cradle“ Prinzip. (Fußnote)

Weiterhin ist ein narratives Moment wichtig, d.h. dass Produkte eine positive erzählbare Geschichte haben können und müssen und diese auch transparent und nachvollziehbar vermittelt wird.

Die postive Aufladung entsteht durch den darstellbaren sozioökologischen Herstellungsprozeß wie auch den Transport. Komplexe Wandel werden über Kultur einfacher erklärbar und transportierbar.

Die Marktfähigkeit nachhaltiger Produkte ist eng an Kultur geknüpft.

Zum Beispiel ist über Kultur sehr gut erklärbar, dass Plastik aus Öl nicht sinnvoll ist. Eine Abkopplung der Kunststoffproduktion vom Öl kann zur Befriedung führen, d.h. zur angestrebten Lösung des Ölkonfliktes.

Foto Gläserne Fabrik in Dresden, Abbildung: Socken Zettel

Bildunterschrift: Durch die Aktivitäten der Non-FoodCoop soll das Thema Nachhaltigkeit in einen kulturellen Kontext gesetzt werden. Die Öffentlichkeitsarbeit für die Coop kann durch künstlerischer Aktionen erfolgen.

Nach unserem Empfinden gibt es für Produkte kein eindeutiges Öko-Zertifizikat. Bestehende Zertifikate sind meist sehr spezialisiert auf ein bestimmtes Kriterium (Energieeffizienz, Fairer Handel, Biologischer Landbau etc.) und/oder auf eine bestimmte Region. Zum Beispiel spielt der Transportaufwand bei gängigen Zertifikaten keine Rolle. Unabhängig von existierenden Ökozertifikaten wollen wir ein Bewertungssystem entwickeln, eine Art Produktnavigator. Daher werden die 3 oben genannten Bewertungskriterien (Ökologie, Ökonomie und Soziales) für jedes Produkt transparent aufbereitet. Es sollen hierbei auch Vor- und Nachteile gezeigt werden, so dass sich der Kunde eine eigene Meinung erlauben kann. Die Vorauswahl kann von uns nach dem Prinzip des Krämers getroffen werden, der selbstverständlich auch Kundenwünsche berücksichtigt. Wir sammeln, was es gibt, um uns und andere zu informieren. Wir treffen eine Vorauswahl und ordnen. Vorerst sind das wir, das kann sich aber ändern. Es kann also zu einem Ranking kommen, wo andere (Verbraucher) ihr Wissen über Produkte bis hin zu Produktbewertungen beifügen können.

Beispielszenario:

1. Oma Trude strickt in einem Dorf nahe Halle Pullover aus gebrauchter Wolle, deren Vorgeschichte nicht ersichtlich ist. Aber dass die Transportwege gering sind und Materialwiederverwertung passiert, begünstigt die Entscheidung, diese Produkte in unseren Laden zu nehmen. Der Transport könnte z.B. mit schon bestehenden Strukturen (wie „Essen auf Rädern“) erfolgen.

2. Der Kauf von Viscri – Socken unterstützt ein soziales Projekt in einem siebenbürgischen Dorf in Rumänien. Das Material kommt aus der näheren Umgebung und fördert die einheimische Landwirtschaft. Schafwolle ist ökologisch vertretbar. Nachteile sind die doch recht komplizierte Vertriebsstruktur und die Entfernung vom Standort Halle.

Unsere Dienstleistung besteht darin, dem steigenden Bedarf an Transparenz durch ein Datenangebot gerecht zu werden. Durch diese vielfältigen und klar aufbereiteten Produktinformationen wollen wir die Käufer zur individuellen Freiheitsentfaltung und Entscheidungsfähigkeit ermuntern.

Des Weiteren kann man sich an diesem Ort über Service zur Unterstützung nachhaltiger Lösungen informieren. Die Ergebnisse der Recherche können dann auch webbasiert zur Verfügung gestellt werden (pda-tauglich?) und in einen Webshop münden.

Der Laden ist ein potenzieller Absatzmarkt für Produkte, die kaum Chancen auf einem auf Kurzfristigkeit angelegten Markt haben oder hätten. Solche Prozesse sind auch bei Food Coops (wie Rübchen e.V. Halle) bekannt. Außerdem besteht durch die Lobby die Möglichkeit, Einfluss auf Firmen und Produkte zu nehmen und dadurch eine ganzheitliche Denkweise bei der Produktion zu fördern.

Aktionsraum für die Coop ist eine Art Messe-Cafe´- eine wirtschaftlich tragfähige Vertriebsmöglichkeit für nachhaltige Produkte. Im Gegensatz zu Katalogen und Internetläden sind hier Musterobjekte begreifbar. Man sitzt z.B. auf Möbeln und kann sie in transportweg-optimierten Sammelbestellungen ordern. Dezentrale Produktionseinrichtungen der Region erhalten durch das Cafe eine kooperative Vermarktungsstruktur.

Unser Beitrag zur lokalen Nachhaltigkeit bietet lokalen Produktionsstrukturen wie ortsansässigen Handwerkern, Designkooperativen und Multiplikatoren für Nachhaltigkeit an der Burg (Studenten) ein kulturelles Umfeld zum Absatz ihrer Dienstleistungen.


Stand der Arbeiten (Projektstand: in Vorbereitung)

0. Konzept und Antrag

1. Suche nach Produzenten, Produkten – Recherche

Aufbau einer Internetplattform

2. Publikationen, Werbung (schon eher), Öffentlichkeitsarbeit, Gründungsveranstaltung

3. Ladensuche, Renovierung, Erstausstattung, Möblierung


Kosten/Mengengerüst für die geplanten Arbeitsschritte
Aufbau einer Internetplattform 30€

Publikationen ?

Werbung (schon eher) ?

Öffentlichkeitsarbeit, Aktionen ?

Gründungsveranstaltung ?

Renovierung ?

Erstausstattung ?, soll durch Muster günstig gehalten werden

Möblierung ?

Miete ?

Portokosten ?

Zeit- und Arbeitsplan

1. 6 Monate

2.

Wöchentliche Treffen, um Stand der Dinge abzugleichen


Kooperationspartner und Kooperationsstruktur

Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle

Einschätzung der Erfolgsaussichten sowie Darlegung der selbst gewählten Erfolgskriterien durch Euch, liebe Jana und lieber Lorenz…

Wir wollen ein System entwickeln was aufgrund seiner Einfachheit und Transparenz für uns und für Verbraucher unaufwendig ist.

Laufkundschaft ist willkommen. Die Verbraucher – Bindung ist freiwillig.

System eines gesunden Kapitalismus statt Imperialismus. Gewinn nutzen zur Investition. Diese Spende, diesen Mehrpreis gilt es transparent zu machen. Er liegt z.B. bei 25 % (?).

Als komplemetär (ergänzende) Währung fungieren Wertmarken. Diese stellen den Profit von 25 Prozent dar. Diese Marken können abgegeben werden. Leute entscheiden, ob sie den Wert der Marken einlösen oder zur Refinanzierung beitragen wollen, indem sie ihre Marken nicht abgeben und dadurch Wachstum und Bindung erfolgt. Diese Entscheidung ist frei.


Erklärung der Marken

Marken können eingelöst werden. Es gibt ein Heftchen mit Marken zum Einkleben wie beim Konsum Wertmarken System.


Gestaltung:

Kinderorientierte Sammelbände

Einfache Grafik

Verschiedene Farben ähnlich Briefmarken

Produkte damit vorstellen


Bei der Produktevorstellung (Werbung) wollen wir bewusst die gängigen Werberegeln der Hersteller und Produzenten durchkreuzen und den Erlebnisfaktor (Werbeimages, die sonst sehr aggressiv wirken) wegradieren.


Die Marken können gleich eingelöst, ebenso hinterlegt, eingeklebt oder zu Hause gesammelt und so abgeben werden.

Mit Marke wird Verkaufskultur gefördert statt nur mit der Geldkarte was geholt.


Struktur

Gesellschaftsform auswählen: Co KG, GbR, Verein oder …,

Firma gewinnorientiert, um Ladenkräfte zu bezahlen

Muß 7 € Gehalt pro Stunde erwirtschaften


Ladenleiter, der Richter der Jury und Beschleuniger, Rückgrat, bezahlt, arbeitet nach Statut (Richtlinien), alle paar Jahre Wechsel, rotierendes System, damit keine Machtstrukturen aufgebaut werden können


Freiwillige Kräfte Aufgaben werden so formuliert, dass sie leistbar sind, z.B. Cafe´ (siehe rotierendes Ladenleitersystem)

Jury, die auswählt (Ladenleiter, Waren, Statut aktuell zu halten)


Für beide: Bindung + Entlohnung (Anreiz):

Bindung entsteht durch Verbrauchergemeinschaft von Leuten, die sich mental verbunden fühlen. Die Gegenleistung für geleistete Tätigkeit muß lukrativ sein. (Handel muß ehrbar sein – Geben und Nehmen.) Dies könnte über die Komplementärwährung Marken passieren.

Waren

Verbrauchsprodukte, Investitionsprodukte (die man länger hat)

Sammlung (Bogen spannen von billigen Verbrauchsprodukten bis zu teuren langlebigen Waren)

Auswahl treffen, ein Produkt pro Bedürfnisse ODER auf weniger Bedürfnisse beschränken und dafür mehr Auswahl oder große Auswahl gibt’s im Internet (Nachteil Probieren geht verloren).

muß noch mal drüber nachgedacht werden

Beispiele

Nachfüllsysteme zu Hause

z. B. Tinte, Farben, Reinigungsmittel, Soda Streamer, gefiltertes Leitungswasser (selbst machen ist unbequem), Stifte

Verbrauchsmittel

Putzen, Medien, Insektenschutzmittel, Windeln, Schwämme, Spüllappen, Mülleimerbeutel, Partygeschirr, Staubsaugerbeutel…

Wandfarbe, Farbe, Gestalterwerkzeuge

Hygiene (Schwämme …)

Reiseartikel

Leuchtmittel (Energiesparlampen, Kerzen, ..)

Feuermacher (Piatsu,…)

Geräte

Produkte, die durch ihre Handhabung ökol. verträglich sind z.B. Küchenmaschinen, – utensilien, Informationstechnik

Möbel

Alternative zu Ikea, z.B Regal aus Thüringer Fichte,

Gefäße

Günstige Aufbewahrungssysteme (Gießen, Trinken,..), Gläser, in denen man z.B. Tee lagern kann, selbersammeln…

Produkten aus lokalen Gewerke – Glas, Filz,…

Wäsche, Bettwäsche, Textilien (Sven)

Briefpapier, Tapete

Geschenke, beim Thema Schenken wird man gern beraten

Ansichtskarten

Schmuck

Bücher – kleine Auswahl, lokales Handwerken, öko- Literatur

Gesundheitsprodukte, wichtiges Thema

Fair Trade Produkte (Holger)


Zielgruppe

Nicht auf bestimmte Zielgruppe fixiert, aber in der Frühphase

z.B. bewußt einkaufende Menschen, sensibilisierte Bio-Food-Einkäufer, Familien,

Leute, die auf längere Sicht sparen wollen, mit vorrausschauender Weniger ist mehr – Mentalität,

Studenten wie auch ältere Menschen mit Bewusstsein für Qualitätsprodukte.

 

 

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